Eine virtuelle Assistenz erledigt Büroaufgaben für andere, komplett online. Dazu zählen E-Mails, Termine, Social Media und Vorarbeiten für die Buchhaltung. Das ist eine solide Dienstleistung mit kleinen Startkosten. Du verkaufst aber deine Zeit. Ohne Kunden gibt es kein Geld, und mehr Einkommen heißt mehr Stunden oder höhere Preise.
Was macht eine virtuelle Assistenz?
Eine virtuelle Assistenz (VA) arbeitet für andere aus der Ferne. Meist sind das Selbstständige und kleine Firmen. Sie haben zu viel zu tun und geben Aufgaben ab. Du brauchst dafür Laptop, Internet und Verlässlichkeit.
Welche Aufgaben es gibt, listet das Portal selbststaendig.de auf:
- Büroorganisation: Termine abstimmen, Reisen buchen, E-Mails bearbeiten, Daten pflegen.
- Verwaltung: Vorarbeiten für die Buchhaltung, Angebote erstellen, Recherchen, Übersetzungen.
- Kundenkontakt: Rückrufe, Live-Chats und Kundenfragen beantworten.
- Marketing: Social-Media-Beiträge betreuen, Newsletter erstellen, einfache Grafiken liefern.
Kaum jemand macht alles. Die meisten wählen zwei oder drei Bereiche und werden darin gut.
Angestellt oder selbstständig?
Du hast zwei Wege. Du kannst als Angestellte oder Angestellter für eine Firma oder Agentur arbeiten. Oder du bietest die Leistung selbstständig an und suchst dir eigene Kunden.
Als Angestellter hast du ein festes Gehalt, Urlaub und Sozialversicherung. Als Selbstständiger bestimmst du Preise und Kunden. Dafür trägst du das Risiko und kümmerst dich selbst um Steuern und Versicherungen.
Ein Hinweis zur Scheinselbstständigkeit: Arbeitest du nur für einen Auftraggeber? Bist du an feste Zeiten und Weisungen gebunden? Dann kann das wie eine Anstellung gelten. Sozialabgaben wären fällig. Das Verfahren dazu heißt Statusfeststellung. Die Deutsche Rentenversicherung klärt damit, ob jemand selbstständig oder angestellt ist. Das läuft im Statusfeststellungsverfahren. Es ist kostenfrei und auch vor dem Start möglich. Mehrere Kunden und eigene Entscheidungen über Zeit und Ort sprechen eher für Selbstständigkeit.
Es gibt noch eine zweite Regel. Manche Selbstständige müssen in die Rentenversicherung einzahlen. Das gilt ohne eigene versicherungspflichtige Angestellte und mit auf Dauer im Wesentlichen nur einem Auftraggeber (§ 2 Satz 1 Nr. 9 SGB VI, Deutsche Rentenversicherung). Das kann eine VA mit nur einem Dauerkunden treffen. Das ist keine Rechts- oder Steuerberatung.
Wie viel verdient man?
Die Zahlen schwanken stark. Ich nenne dir zwei belegte Anhaltspunkte, mehr nicht.
| Weg | Angabe | Quelle |
|---|---|---|
| Angestellt | Mittleres Jahresgehalt 39.200 € brutto, Spanne 32.400 bis 48.000 €. Bei 40 Wochenstunden sind das rund 19 € brutto pro Stunde (eigene Umrechnung). | StepStone Gehaltsreport |
| Selbstständig über Anbieter | Auf den Seiten von Dienstleistern meist 10 bis 20 € pro Stunde. Es gibt Angebote darunter und darüber. | selbststaendig.de |
Quelle: StepStone, Gehalt Virtuelle/r Assistent/in und selbststaendig.de, Virtuelle Assistenten (Artikel zuletzt aktualisiert 23.11.2025), Stand 12.10.2026. Durchschnittswerte, keine Zusage für deinen Fall. Stundenwert für Angestellte: Jahresgehalt geteilt durch 52 Wochen mal 40 Stunden.
Die beiden Zahlen lassen sich nicht direkt vergleichen. Das Gehalt ist brutto und enthält Urlaub und Sozialversicherung. Der Satz eines Selbstständigen ist ein Preis für den Kunden. Ob die Dienstleister netto oder brutto rechnen, kann sich unterscheiden. Vergleiche deshalb genau, was im Preis steckt.
Wichtig bei der Selbstständigkeit: Der Stundensatz ist nicht dein Gewinn. Davon gehen Steuern, Krankenversicherung, Altersvorsorge und Werkzeuge ab. Dazu kommen Stunden ohne Bezahlung, etwa für Angebote und Rechnungen. Mit Spezialisierung und Erfahrung sind höhere Preise möglich. Rechne ehrlich, bevor du kündigst oder dich verlässt.
So wirst du virtuelle Assistentin oder virtueller Assistent
Du brauchst keine teure Ausbildung. Aus meiner Sicht reichen für den Anfang Büroerfahrung und Ordnung. Dazu kommt der sichere Umgang mit Mail, Kalender und Tabellen. Es gibt Kurse und Zertifikate verschiedener Anbieter. Sie können helfen, sind aber kein Muss. Prüfe vor dem Kauf den Inhalt und den Preis. Passt er zu deinen Zielkunden?
- Stärken klären. Was kannst du schon? Hilfe dabei gibt Was kann ich gut?
- Angebot festlegen. Wähle zwei bis drei Aufgaben und eine Zielgruppe, zum Beispiel Coaches.
- Werkzeuge einrichten. Mailadresse, Kalender, Rechnungsprogramm und ein einfaches Profil.
- Preis festlegen. Orientiere dich an den Spannen oben und an deinem Bedarf.
- Gewerbe klären. Viele Assistenzleistungen gelten als Gewerbe. Das meldest du beim Gewerbeamt an, das Finanzamt kommt dazu. Bei freien Berufen entfällt das Gewerbeamt. Was für dich gilt, entscheidet das Finanzamt.
- Erste Kunden gewinnen. Dazu der nächste Abschnitt.
Zum Thema Anmeldung hilft dir Nebengewerbe anmelden. Steuerbasics stehen in Kleingewerbe Steuern. Beides ist keine Rechts- oder Steuerberatung.
Datenschutz: Du arbeitest mit Kundendaten
Als VA siehst du Postfächer, Kalender und Kundenlisten deiner Auftraggeber. Das sind oft personenbezogene Daten. Deshalb braucht es meist einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung nach Artikel 28 DSGVO. Darin steht, was du mit den Daten tun darfst. Wer die Daten verarbeitet, muss sich zur Vertraulichkeit verpflichten. Frag deine Kunden, ob sie eine Vorlage haben. Das ist keine Rechtsberatung.
Wie findest du Kunden?
Kunden sind die Hürde. Drei Wege gibt es:
- Dein Netzwerk: Ehemalige Kollegen, Bekannte und Selbstständige aus deinem Umfeld. Sag klar, was du anbietest.
- Plattformen: Freelancer-Portale, VA-Vermittlungen und Netzwerke wie LinkedIn. Prüfe Gebühren und Bedingungen. Der Wettbewerb ist dort groß.
- Spezialisierung: Wer sich auf eine Gruppe konzentriert, hebt sich ab. Beispiele sind Online-Coaches oder Onlineshops. Das erlaubt oft höhere Preise.
Starte mit wenigen Kunden und liefere zuverlässig. Zufriedene Kunden empfehlen dich weiter. Das ist meist der beste Weg.
Wer lieber nur kleine Aufgaben ohne feste Kunden will, findet in Mikrojobs einen anderen Weg.
Vorteile und Nachteile
Vorteile
- Kleine Startkosten, oft reichen Laptop und Internet.
- Du arbeitest von zuhause oder von unterwegs.
- Du lernst schnell, weil du in verschiedene Geschäfte schaust.
- Erste Einnahmen sind möglich, sobald ein Kunde zusagt. Wie lange die Suche dauert, lässt sich nicht vorhersagen.
- Nebenbei möglich, wenn dein Arbeitgeber es erlaubt.
Nachteile
- Du verkaufst Zeit. Die Stunden pro Woche sind begrenzt.
- Ohne Kunden kein Einkommen, und Aufträge können wegfallen.
- Feste Termine und Erreichbarkeit nach Kundenwunsch.
- Wettbewerb über Preis, besonders auf Plattformen.
- Als Selbstständiger zahlst du Steuern und Vorsorge selbst.
Für wen passt es?
Es passt zu dir, wenn du gern organisierst und zuverlässig bist. Du magst Kontakt mit Kunden und kannst dich in fremde Abläufe hineindenken. Es passt weniger, wenn du unabhängig von deiner Zeit verdienen willst. Dann ist ein anderes Modell sinnvoller.
Eine Sache sehe ich als echten Pluspunkt. Wer für Online-Unternehmer arbeitet, sieht von innen, wie E-Mail-Listen und Social Media laufen. Dazu kommen Funnels. Das sind Verkaufsstrecken, also der Weg vom Interessenten zum Kauf. Das ist Wissen, das später bei einem eigenen Online-Business hilft, auch im Affiliate Marketing.
Im Vergleich zu Affiliate Marketing
Virtuelle Assistenz und Affiliate Marketing sind zwei verschiedene Modelle. Bei der VA verkaufst du Arbeitszeit an Kunden. Beim Affiliate Marketing empfiehlst du fremde Produkte. Kauft jemand über deinen Link, bekommst du eine Provision. Wie das genau funktioniert, steht in Was ist Affiliate Marketing?. Beide haben Vor- und Nachteile.
| Merkmal | Virtuelle Assistenz | Affiliate Marketing |
|---|---|---|
| Startkosten | Gering: Laptop, Internet, Anmeldung, Rechnungsprogramm | Gering bis mittel: Webseite, Mail-Programm oder Werbung, je nach Weg |
| Lager, Versand, Kundenservice | Kein Lager, aber Betreuung deiner Kunden | Kein Lager, kein Versand. Den Support für das Produkt übernimmt der Anbieter |
| Zeit bis zur ersten Einnahme | Oft kurz, sobald ein Kunde zusagt | Oft länger: Erst brauchst du Leser oder Zuschauer, und viele verdienen am Anfang noch nichts |
| Wachstum | An deine Stunden gebunden, nur mit höheren Preisen oder Mitarbeitern größer | Nicht an deine Stunden gebunden, wenn Inhalte weiter Besucher bringen |
| Risiko und Nachteile | Aufträge können wegfallen, Preisdruck | Die Provision ist nur ein Teil des Preises und kann sich ändern. Ohne Kunden, die dich lesen, gibt es nichts |
Beide Wege schließen sich nicht aus. Manche starten als VA, sammeln Wissen und bauen nebenbei ein eigenes Online-Business auf. Mehr zum Einstieg findest du in Affiliate Marketing für Anfänger.
Lieber etwas aufbauen, das nicht nur an deine Stunden gebunden ist? Im kostenlosen Affilionär Kickstart zeigen wir dir unseren 5-Schritte-Plan für den Einstieg ins Affiliate Marketing. Ein bestimmtes Ergebnis versprechen wir nicht.
Kostenlos starten →Typische Fehler und Warnsignale
- Teure Kurse mit Jobgarantie: Wer dir einen sicheren Verdienst verspricht, übertreibt. Prüfe Bewertungen und Vertragsbedingungen.
- Gebühr vor dem ersten Auftrag: Seriöse Auftraggeber verlangen kein Geld, damit du arbeiten darfst.
- Zu niedrige Preise: Wer sich zu billig verkauft, kommt kaum wieder heraus.
- Nur ein Kunde: Das erhöht das Risiko der Scheinselbstständigkeit und macht dich abhängig.
- Keine schriftliche Absprache: Halte Aufgaben, Preis und Zahlungsziel fest.
- Steuern ignorieren: Lege Geld für Steuern und Vorsorge zurück.
Weitere Wege ohne großes Startgeld findest du in Online Geld verdienen ohne Startkapital.
Häufige Fragen
Wie viel verdient man als virtueller Assistent?
Angestellte kommen laut StepStone im Mittel auf 39.200 € brutto im Jahr. Bei 40 Wochenstunden sind das rund 19 € brutto pro Stunde. Selbstständige nennen auf Dienstleister-Seiten oft 10 bis 20 € pro Stunde. Davon gehen noch Steuern und Vorsorge ab.
Was macht eine virtuelle Assistenz?
Sie übernimmt Büroaufgaben aus der Ferne. Dazu zählen E-Mails, Termine, Recherche, Social Media, Vorarbeiten für die Buchhaltung und Kundenservice. Meist arbeitet sie für Selbstständige und kleine Firmen.
Wie werde ich virtueller Assistent?
Du brauchst Büroerfahrung, Zuverlässigkeit und sicheren Umgang mit digitalen Werkzeugen. Eine teure Ausbildung ist für den Anfang nicht nötig. Lege dein Angebot fest, richte Werkzeuge ein und suche erste Kunden.
Wie finde ich Jobs als virtuelle Assistenz?
Starte im eigenen Netzwerk. Dazu kommen Freelancer-Plattformen, VA-Vermittlungen und Netzwerke wie LinkedIn. Wer sich auf eine Zielgruppe spezialisiert, fällt leichter auf.
Muss ich ein Gewerbe anmelden?
Das hängt von der Tätigkeit ab. Viele Assistenzleistungen gelten als Gewerbe. Dann meldest du sie beim Gewerbeamt an. Das Finanzamt kommt dazu. Bei freien Berufen entfällt das Gewerbeamt. Was gilt, entscheidet das Finanzamt, mehr dazu in Nebengewerbe anmelden. Das ist keine Rechts- oder Steuerberatung.
Was ist Scheinselbstständigkeit?
Das heißt, du bist formal selbstständig, arbeitest aber wie ein Angestellter. Das ist der Fall, wenn du fest eingebunden bist und Weisungen folgst. Die Deutsche Rentenversicherung kann das im Statusfeststellungsverfahren prüfen.
Ist virtuelle Assistenz ein guter Weg zu Affiliate Marketing?
Sie kann eine gute Brücke sein. Du lernst bei Online-Unternehmern viel über E-Mail-Listen, Verkaufsstrecken und Social Media. Die Modelle sind aber verschieden. Bei der VA verkaufst du Zeit. Beim Affiliate Marketing bekommst du Provision.
Alle Angaben ohne Gewähr, Stand 12.10.2026. Das ist keine Rechts- oder Steuerberatung. Genannte Beträge sind Beispiele und keine Garantie für eigene Einnahmen, siehe Haftungsausschluss.