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Rentenlücke: So berechnest du, was am Ende fehlt

Abstrakte Illustration: verstreute Splitter auf schwarzem Grund fließen als goldene Bänder zu einer goldenen Parkbank, neben der eine goldene Münze schwebt, Symbolbild für die Rentenlücke

Die Rentenlücke ist der Unterschied zwischen deinem Bedarf im Alter und deiner Rente. Die Zahlen dafür findest du in deiner Renteninformation. Dort stehen aber nur Bruttowerte. Kranken- und Pflegeversicherung und eventuell Steuern gehen noch ab. Hier rechnest du deine Lücke in drei Schritten grob aus. Ich zeige dir ruhig, welche Hebel du hast. Panik brauchst du nicht. Ein Hebel ist ein zweites Einkommen neben dem Job.

Was ist die Rentenlücke?

Die Rentenlücke ist kein Fachbegriff aus dem Gesetz. Sie ist eine einfache Rechnung. Du stellst zwei Dinge gegenüber. Erstens, was du im Alter pro Monat ausgibst. Zweitens, was du als Rente netto bekommst. Was dazwischen fehlt, ist deine Lücke.

Mit Rentenkatastrophe hat das nichts zu tun. Die gesetzliche Rente zahlt weiter. Sie ist nur nicht dafür gedacht, deinen ganzen Lebensstandard allein zu tragen. Wie groß die Lücke bei dir ist, hängt von deinem Leben ab. Deshalb hilft eine eigene Rechnung mehr als jede Durchschnittszahl.

Wichtig: Das ist keine Finanz-, Steuer- oder Rentenberatung. Der Artikel gibt dir einen Überblick und eine grobe Rechnung. Für deinen Einzelfall frag die Deutsche Rentenversicherung.

Rentenlücke in 3 Schritten berechnen

  1. Renteninformation lesen. Ab dem 27. Geburtstag bekommst du sie jedes Jahr, wenn du mindestens fünf Jahre Beiträge gezahlt hast. Du findest dort deine erwartete Rente pro Monat. Laut Deutscher Rentenversicherung sind das Bruttowerte (abgerufen am 23.10.2026).
  2. Abzüge als Größenordnung abziehen. Von der Bruttorente gehen Kranken- und Pflegeversicherung ab. Eventuell kommen Steuern dazu. Die Zahlen dazu stehen unten.
  3. Deinen Bedarf schätzen. Schreib auf, was du im Alter pro Monat brauchst. Miete, Essen, Auto, Versicherungen, Hobbys. Rechne mit den Ausgaben von heute und lass die großen Posten fest drin, wie die Miete.

Die Differenz aus Bedarf und Nettorente ist deine grobe Lücke. Sie ist eine Schätzung. Sie reicht aber, um zu sehen, in welcher Größenordnung du liegst.

Zu den Abzügen. Laut Deutscher Rentenversicherung zahlst du in der Krankenversicherung 7,3 % deiner Bruttorente. Die Rentenversicherung trägt die andere Hälfte. Den Zusatzbeitrag der Kasse teilt ihr euch je zur Hälfte. Die Pflegeversicherung zahlst du allein: 3,6 %, für Kinderlose 4,2 %. Bei der Steuer hängt es von deinen gesamten Einkünften ab, ob überhaupt etwas anfällt. Laut Deutscher Rentenversicherung ist ein Teil der Rente steuerpflichtig. Dieser Anteil steigt mit jedem neuen Rentenjahrgang. Ob du am Ende Steuern zahlst, klärst du mit dem Finanzamt.

Rechenbeispiel

Die Zahlen unten sind erfunden und rund. Es ist ein Beispiel, kein Ergebnis für dich. Der Zusatzbeitrag von 2,5 % ist ein Beispielwert. Die Rentenversicherung nutzt ihn in ihrem eigenen Rechenbeispiel auch.

PostenRechnungBetrag pro Monat
Bruttorente laut Renteninformation (Beispiel)Vorgabe1.500,00 €
Krankenversicherung, dein Anteil7,3 % von 1.500 €− 109,50 €
Zusatzbeitrag, dein Anteil1,25 % von 1.500 € (Beispielwert)− 18,75 €
Pflegeversicherung3,6 % von 1.500 €− 54,00 €
Nettorente vor SteuernRest1.317,75 €
Bedarf im Alter (Beispiel)Schätzung2.000,00 €
Grobe Lücke2.000 € minus 1.317,75 €rund 680 €

Aus 1.500 € brutto werden also rund 1.320 €. Eine mögliche Steuer kommt noch dazu. Die Brutto-Zahl in der Renteninformation ist damit immer höher als das, was du wirklich bekommst.

Ein zweiter Punkt kommt dazu. Die Rente in der Renteninformation wird laut Deutscher Rentenversicherung ohne Berücksichtigung des Kaufkraftverlusts berechnet. Das heißt: Preise steigen. Die Zahl auf dem Papier sagt dir nicht, was du dafür in 30 Jahren kaufen kannst. Auf der Rückseite der Renteninformation steht dazu ein Rechenbeispiel.

Die Hebel im Vergleich

Eine Lücke kannst du von mehreren Seiten angehen. Jeder Hebel hat Vor- und Nachteile:

HebelWas dahinterstecktWorauf du achten solltest
Länger arbeitenDu gehst später in Rente. Es gibt keine Abschläge. Dazu kommen mehr Beitragsjahre.Hängt von Gesundheit und Job ab. Nicht jeder kann das.
Ausgaben senkenEin kleinerer Bedarf verkleinert die Lücke sofort. Das gilt schon heute.Hat eine Grenze. Fixkosten wie die Miete lassen sich schwer drücken.
Mehr vorsorgenDu legst regelmäßig etwas zurück. Das kann zum Beispiel die betriebliche Altersvorsorge sein. Dazu fragst du deinen Arbeitgeber.Kosten, Laufzeiten und Risiken unterscheiden sich stark. Lass dich unabhängig beraten, zum Beispiel bei der Verbraucherzentrale.
Mehr einnehmen neben dem JobEin zweites Einkommen schafft Geld, das du zurücklegen kannst.Braucht Zeit und Aufbau. Keine Garantie für Einnahmen.

Die meisten Menschen kombinieren mehrere Hebel. Fang mit dem an, der am leichtesten geht. Das ist oft die Ausgabenseite. Wie du da startest, zeigt Geld sparen: 8 Tipps. Ein Polster für Notfälle schafft der Notgroschen.

Beim Sparen stößt du irgendwann an eine Grenze. Ein zusätzliches Einkommen hat diese Grenze nicht. Es ist aber auch nicht sicher. Wege dahin zeigt Mehr Geld verdienen: 3 Wege. Wie viel von einem Nebenverdienst bleibt, rechnet Nebenjob bei Vollzeit durch.

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Früher in Rente gehen

Wer vor der Regelaltersgrenze in Rente geht, bekommt meist dauerhaft weniger. Laut Deutscher Rentenversicherung beträgt der Abschlag 0,3 % pro Monat. Er gilt für jeden Monat, den du früher gehst. Insgesamt sind es höchstens 14,4 %. Das sind 3,6 % pro Jahr.

Ein Beispiel mit der Rente von oben: Gehst du zwei Jahre früher, sind das 24 Monate. 24 mal 0,3 % sind 7,2 %. Bei 1.500 € brutto fehlen dir dann rund 108 € pro Monat. Das gilt bis ans Lebensende.

Die Regelaltersgrenze liegt laut Deutscher Rentenversicherung für Versicherte ab Jahrgang 1964 bei 67 Jahren. Für ältere Jahrgänge liegt sie knapp darunter. Wer früher gehen kann, hängt von der Rentenart ab. Für die Altersrente für langjährig Versicherte brauchst du mindestens 35 Jahre in der Rentenversicherung. Für die Altersrente für besonders langjährig Versicherte brauchst du 45 Jahre. Dafür gilt eine eigene Altersgrenze, die vom Geburtsjahr abhängt. Welche Regel für dich gilt, sagt dir die Deutsche Rentenversicherung.

Was sich 2026 ändert

Die Renten steigen zum 1. Juli 2026 um 4,24 %. Der aktuelle Rentenwert steigt von 40,79 € auf 42,52 €. Das nennt die Bundesregierung. Sie schreibt auch, dass das Rentenniveau bis 2031 bei 48 % gehalten werden soll. Das Rentenniveau ist ein Verhältniswert für eine Musterrente. Es sagt dir nicht, wie hoch deine eigene Rente wird.

Typische Fehler

Wie es weitergeht

Du hast jetzt eine grobe Zahl. Das ist der wichtigste Schritt. Als Nächstes wählst du einen Hebel, der zu deinem Leben passt. Wer ein zweites Einkommen aufbauen will, findet im Lernpfad Mehr Geld einen ruhigen Fahrplan. Das große Ziel dahinter beschreibt Finanzielle Freiheit. Wie sich ein Minijob dazu verhält, steht in Minijob neben dem Hauptjob.

Hast du Fragen zu deiner Rente? Die Deutsche Rentenversicherung hat ein kostenloses Servicetelefon. Die Nummer ist 0800 1000 4800. Es ist Montag bis Donnerstag von 8 bis 19 Uhr erreichbar, freitags bis 15:30 Uhr.

Quellen (abgerufen am 23.10.2026): Renteninformation Deutsche Rentenversicherung, Kranken- und Pflegeversicherung Deutsche Rentenversicherung, Abzüge und Steuer Deutsche Rentenversicherung, Abschlag Rentenlexikon, Altersgrenzen Deutsche Rentenversicherung, Rentenanpassung 2026 Bundesregierung, Servicetelefon Deutsche Rentenversicherung. Die Rechenbeispiele sind eigene Beispiele mit runden Zahlen.

Häufige Fragen

Was ist die Rentenlücke?

Die Rentenlücke ist der Unterschied zwischen deinem Bedarf im Alter und deiner Nettorente. Sie ist eine Rechnung, kein Gesetzesbegriff. Wie groß sie ist, hängt von deinen Ausgaben und deiner Rente ab.

Wie berechne ich meine Rentenlücke?

Nimm die Bruttorente aus deiner Renteninformation und zieh Kranken- und Pflegeversicherung ab. Eventuell kommt eine Steuer dazu. Vergleiche das Ergebnis mit deinem geschätzten Bedarf. Die Differenz ist deine grobe Lücke.

Wie viel Rente braucht man, um gut zu leben?

Eine feste Zahl gibt es nicht. Es hängt von Miete, Gesundheit und Lebensstil ab. Schreib deine echten Ausgaben auf. Das ist dein Maßstab.

Reicht die Rente nicht?

Das hängt von dir ab. Die gesetzliche Rente ist selten genug, um den vollen Lebensstandard zu halten. Deine eigene Rechnung zeigt dir, wie groß der Unterschied ist.

Wie viel muss ich sparen, um die Rentenlücke zu schließen?

Das hängt von Lücke, Zeit und Ertrag ab. Ein Rechenbeispiel ohne Zinsen: Es fehlen dir 680 € im Monat. Für 20 Jahre Rente brauchst du dann rund 163.200 €. Das ist 680 € mal 12 mal 20. Das ist das Kapital am Rentenstart, nicht dein Monatsbetrag. Die monatliche Sparrate hängt von der Zeit bis zur Rente und vom Ertrag ab. Das klärst du am besten mit einer unabhängigen Beratung.

Wie hoch ist der Abschlag, wenn ich früher in Rente gehe?

Laut Deutscher Rentenversicherung 0,3 % pro Monat, höchstens 14,4 % insgesamt. Der Abschlag gilt dauerhaft. Zwei Jahre früher bedeuten 7,2 % weniger Rente.

Was ändert sich 2026 bei der Rente?

Die Renten steigen zum 1. Juli 2026 um 4,24 %. Der aktuelle Rentenwert steigt laut Bundesregierung von 40,79 € auf 42,52 €.

Kann ein zweites Einkommen die Lücke schließen?

Es kann helfen, wenn du das Geld zurücklegst. Ein Ergebnis kann dir niemand versprechen. Rechne in Jahren, nicht in Wochen.

Alle Angaben ohne Gewähr, Stand 23.10.2026. Das ist keine Finanz-, Steuer- oder Rentenberatung. Rechenbeispiele sind erfundene, runde Zahlen. Genannte Ergebnisse sind Einzelergebnisse und keine Garantie für eigene Einnahmen, siehe Haftungsausschluss.

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