Ein Notgroschen ist Geld, das du für unerwartete Ausgaben zur Seite legst. Die Waschmaschine geht kaputt, das Auto muss in die Werkstatt, eine Nachzahlung kommt. Mit Notgroschen bleibt das ärgerlich, aber es wird nicht zum Problem. Die Verbraucherzentrale nennt zwei bis drei Monatsgehälter als guten Puffer. In diesem Artikel siehst du, wie viel du brauchst, wo das Geld liegt und wie du ihn Schritt für Schritt aufbaust.
Was ist ein Notgroschen?
Der Notgroschen ist deine eiserne Reserve. Er ist kein Urlaubsgeld und kein Geld für einen neuen Fernseher. Er ist nur für echte Notfälle da. Dafür liegt er so, dass du jederzeit darankommst.
Warum das wichtig ist: Ohne Reserve landet jede größere Rechnung schnell im Dispo. Der Dispo kostet hohe Zinsen. Aus einer kaputten Waschmaschine wird so eine Last über Monate. Mit Notgroschen zahlst du sie einfach und füllst den Topf danach wieder auf.
Wie hoch sollte er sein?
Die Verbraucherzentrale hält einen Puffer von zwei bis drei Monatsgehältern für gut (Stand 12.02.2026). Viele rechnen lieber mit ihren Ausgaben statt mit dem Gehalt. Das ist genauer. So rechnest du:
| Deine Lage | Richtwert | Beispiel bei 2.000 € Ausgaben im Monat |
|---|---|---|
| Angestellt, keine Kinder | 2 bis 3 Monatsausgaben | 4.000 bis 6.000 € |
| Familie, Auto, Wohneigentum | eher 3 Monatsausgaben oder mehr | ab 6.000 € |
| Selbstständig oder schwankendes Einkommen | eher mehr, weil Einnahmen ausfallen können | nach deiner Lage |
Das sind Richtwerte, keine feste Regel. Wie viel du brauchst, hängt von deiner Lage ab. Wenn du deine Ausgaben nicht kennst, fang dort an. Wie du sie findest, zeigt Geld sparen: Tipps, die wirklich etwas bringen.
Wo liegt das Geld am besten?
Die Verbraucherzentrale empfiehlt ein Tagesgeldkonto. Dort kommst du jederzeit an dein Geld, und es liegt sicher. Wichtig sind drei Dinge:
- Getrennt vom Girokonto: Was auf dem Girokonto liegt, wird ausgegeben. Ein eigenes Konto schützt vor dir selbst.
- Jederzeit verfügbar: keine Festgeld-Laufzeit, keine Kündigungsfrist.
- Kein Risiko: Aktien oder ETFs schwanken. Im Notfall willst du nicht zu einem schlechten Kurs verkaufen müssen.
Die Zinsen sind hier Nebensache. Der Notgroschen soll nicht wachsen, er soll da sein. Das ist keine Finanzberatung, entscheide nach deiner Lage.
Ist das Geld dort sicher?
Einlagen auf Konten bei Banken in der EU sind gesetzlich geschützt. Laut Bundesbank gilt der Schutz bis 100.000 € pro Kunde und Bank, egal wie viele Konten du dort hast. Für einen Notgroschen reicht das in aller Regel mehr als aus.
In 5 Schritten aufbauen
- Ziel festlegen: Rechne deine Ausgaben pro Monat aus und nimm sie mal zwei oder drei. Das ist dein Ziel.
- Eigenes Konto eröffnen: ein Tagesgeldkonto, nur für den Notgroschen.
- Dauerauftrag einrichten: direkt am Tag nach dem Gehalt. Lieber 50 € jeden Monat als 300 € einmal im Jahr.
- Zwischenziel feiern: Das erste Monatsgehalt auf dem Konto ist schon ein großer Unterschied.
- Extras direkt hinein: Steuererstattung, Bonus oder Weihnachtsgeld zuerst in den Notgroschen, bis er voll ist.
Beispiel: Ziel 4.000 €
| Pro Monat zurücklegen | Dauer bis 4.000 € |
|---|---|
| 100 € | 40 Monate |
| 200 € | 20 Monate |
| 300 € | rund 14 Monate |
Reine Rechnung ohne Zinsen. Jeder zusätzliche Euro im Monat verkürzt den Weg deutlich.
Schneller ans Ziel: sparen und dazuverdienen
Die Tabelle zeigt es: Mit 100 € im Monat dauert es über drei Jahre. Es gibt zwei Stellschrauben, um schneller zu werden.
Weniger ausgeben: Oft steckt in Verträgen und Abos jeden Monat Luft. Wie du sie findest, steht in Geld sparen: Tipps, die wirklich etwas bringen.
Mehr einnehmen: Sparen hat eine Grenze, Einnahmen haben keine feste. Schon ein kleines Nebeneinkommen kann den Notgroschen spürbar schneller füllen. Welche Wege es neben dem Job gibt, zeigen Side Hustle Ideen 2027 und Mehr Geld verdienen: 3 Wege.
Der nächste Schritt nach dem Notgroschen: Wenn deine Reserve steht, kannst du in Ruhe überlegen, wie du dir ein zweites Standbein aufbaust. Ohne Druck und ohne Risiko für dein Erspartes.
Zweites Standbein aufbauen →Notgroschen oder erst Schulden abbauen?
Hast du teure Schulden, etwa einen Dispo oder einen Ratenkredit, ist die Frage berechtigt. Viele Ratgeber gehen so vor: erst eine kleine Reserve, damit du nicht wieder ins Minus rutschst. Dann die teuren Schulden abbauen. Danach den Notgroschen voll auffüllen.
Wenn dir Schulden über den Kopf wachsen, hol dir Hilfe. Anerkannte Schuldnerberatungen, etwa von Städten oder Wohlfahrtsverbänden, beraten oft kostenlos. Das hier ist keine Finanzberatung.
Notgroschen und Nebeneinkommen: an die Steuer denken
Verdienst du nebenbei selbstständig Geld, etwa mit einem Nebengewerbe, kommt die Steuer oft erst später. Leg deshalb einen Teil deiner Einnahmen auf ein eigenes Konto. Dieses Steuergeld ist nicht dein Notgroschen. Trenn beides, sonst fehlt es dir genau dann, wenn die Nachzahlung kommt. Wie du ein Nebengewerbe anmeldest und deine Zahlen im Griff behältst, zeigen Nebengewerbe anmelden und Buchhaltung für Kleinunternehmer.
Wann darfst du ihn nutzen?
Stell dir eine Frage: Ist das unerwartet und nötig? Dann ist es ein Notfall.
| Notfall | Kein Notfall |
|---|---|
| Kaputte Waschmaschine | Neues Handy, weil das alte langweilig ist |
| Autoreparatur, wenn du das Auto für die Arbeit brauchst | Urlaub |
| Nachzahlung Strom oder Nebenkosten | Ein Angebot, das nur heute gilt |
| Zahnarzt-Rechnung | Geschenke, die jedes Jahr kommen |
Hast du den Notgroschen genutzt, füll ihn als Erstes wieder auf. Erst danach kommen andere Sparziele.
Häufige Fehler beim Notgroschen
- Das Ziel zu hoch ansetzen: Wer mit 10.000 € plant, fängt oft gar nicht an. Starte mit einem Monatsgehalt als erstem Ziel.
- Das Geld auf dem Girokonto lassen: Dort wird es mit der Zeit einfach ausgegeben.
- Ihn für Wünsche nutzen: Urlaub und neue Technik sind planbar. Dafür gibt es eigene Sparziele.
- Nach dem Notfall nicht auffüllen: Der nächste Notfall kommt bestimmt.
- Ihn in Aktien parken: Im Notfall willst du nicht verkaufen müssen, wenn die Kurse gerade unten sind.
Häufige Fragen
Wie hoch sollte ein Notgroschen sein?
Die Verbraucherzentrale nennt zwei bis drei Monatsgehälter als guten Puffer. Genauer ist es, mit deinen Ausgaben zu rechnen. Mit Familie oder schwankendem Einkommen darf es mehr sein.
Wo lege ich den Notgroschen an?
Auf einem Tagesgeldkonto, getrennt vom Girokonto. Dort kommst du jederzeit an das Geld. Aktien oder ETFs sind dafür nicht gedacht, weil ihr Wert schwankt.
Soll ich erst den Notgroschen aufbauen oder investieren?
Viele Ratgeber empfehlen: erst den Notgroschen, dann investieren. So musst du im Notfall nichts verkaufen. Das ist keine Finanzberatung, entscheide nach deiner Lage.
Wie baue ich einen Notgroschen schnell auf?
Mit einem Dauerauftrag direkt nach dem Gehalt, mit gekündigten Abos und Verträgen und mit Extras wie der Steuererstattung. Noch schneller geht es mit einem kleinen Nebeneinkommen.
Zählt der Dispo als Notgroschen?
Nein. Der Dispo ist ein teurer Kredit. Der Notgroschen soll gerade verhindern, dass du ihn nutzen musst.
Wie viel Notgroschen brauchen Selbstständige?
Oft mehr als Angestellte, weil Einnahmen schwanken oder ausfallen können. Wie viel genau, hängt von deiner Lage ab. Steuergeld gehört auf ein eigenes Konto und zählt nicht zum Notgroschen.
Ist mein Notgroschen auf dem Tagesgeldkonto sicher?
Einlagen bei Banken in der EU sind laut Bundesbank gesetzlich bis 100.000 € pro Kunde und Bank geschützt.
Genannte Beträge und Beispiele sind keine Garantie für eigene Einnahmen, siehe Haftungsausschluss.