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Gehaltserhöhung: So fragst du Schritt für Schritt

Abstrakte Illustration: verstreute Splitter auf schwarzem Grund fließen als goldene Bänder zu zwei goldenen Sesseln an einem kleinen Tisch mit einer aufrechten Münze, Symbolbild für das Gespräch über eine Gehaltserhöhung

Eine Gehaltserhöhung bekommst du meist nicht von allein. Du musst sie vorbereiten und ansprechen. Dafür brauchst du drei Dinge: deine Erfolge, einen Blick auf den Markt und eine konkrete Zahl. Dann suchst du dir einen guten Zeitpunkt und führst ein ruhiges Gespräch. Hier zeige ich dir den Ablauf mit Beispielsätzen. Ich sage dir auch, was du tun kannst, wenn die Antwort Nein lautet. Denn beim Gehalt gibt es Grenzen.

Hast du Anspruch auf mehr Gehalt?

Die ehrliche Antwort: Das hängt von deinem Vertrag ab. Dein Arbeitgeber muss dir die vereinbarte Vergütung zahlen. So steht es in § 611a BGB. Mehr als das Vereinbarte ist erst einmal Verhandlungssache.

Anders ist es, wenn für dich ein Tarifvertrag gilt. Sind beide Seiten tarifgebunden, gelten seine Regeln unmittelbar und zwingend. Das steht in § 4 TVG. Dort können Stufen oder feste Erhöhungen stehen. Schau in deinen Vertrag und frag den Betriebsrat oder die Personalabteilung.

Eine untere Grenze gibt es auch: den Mindestlohn. Laut Bundesarbeitsministerium gilt seit 1. Januar 2026 ein Mindestlohn von 13,90 Euro pro Stunde.

Wichtig: Dieser Artikel ist keine Rechts- oder Steuerberatung. Er gibt dir einen Überblick. Für deinen Einzelfall frag eine Fachperson.

Wie viel Erhöhung ist normal?

Eine feste Prozentzahl, die für alle gilt, gibt es nicht. Ein Blick auf die Gesamtlage hilft trotzdem. Das Statistische Bundesamt meldet für das 2. Quartal 2026:

KennzahlVeränderung zum Vorjahresquartal
Nominallöhne (Lohn in Euro)plus 4,1 %
Verbraucherpreiseplus 2,5 %
Reallöhne (Lohn nach Abzug der Preise)plus 1,5 %

Das ist ein Durchschnitt über die erfassten Beschäftigten. Die öffentliche Verwaltung ist darin laut Destatis zurzeit nicht enthalten. Dein Gehalt kann stärker oder schwächer wachsen. Für dich heißt das: Eine Erhöhung unter der Preissteigerung fühlt sich wie ein Minus an. Eine Erhöhung darüber lässt dir mehr Kaufkraft.

Sind 5 % viel? Der Durchschnitt ist keine Statistik über einzelne Gehaltsgespräche. 5 % liegen darüber, sind aber nicht automatisch zu viel. Wie hoch deine Zahl sein sollte, hängt von deinem Beruf, deiner Leistung und deiner Firma ab.

Vorbereitung: Deine Zahlen und dein Marktwert

Ein gutes Gespräch entsteht vor dem Termin. Mach diese drei Schritte:

  1. Erfolge sammeln. Schreib auf, was du im letzten Jahr erreicht hast. Nimm Zahlen: gesparte Zeit, neue Kunden, gelöste Probleme.
  2. Neue Aufgaben auflisten. Mach du heute mehr als in deiner Stellenbeschreibung steht? Das gehört auf die Liste.
  3. Marktwert prüfen. Schau in Stellenanzeigen in deiner Region, die ein Gehalt nennen. Frag auch Kollegen in ähnlichen Jobs, wenn das bei euch üblich ist.

Danach legst du eine Zahl fest. Plane eine Spanne: Was ist dein Wunsch? Was ist das Minimum, mit dem du leben kannst? Nenne im Gespräch eine konkrete Zahl, nicht „etwas mehr“.

Der richtige Zeitpunkt

Gute Momente sind:

Schlechte Momente sind Stress, Kündigungswellen oder ein schlechtes Quartal. Mach vorher einen eigenen Termin aus. Schreib: „Ich würde gern mit dir über meine Entwicklung und mein Gehalt sprechen. Hast du nächste Woche 30 Minuten?“

Das Gespräch Schritt für Schritt

  1. Positiv einsteigen. „Mir gefällt meine Arbeit hier. Ich möchte sie langfristig machen.“
  2. Erfolge nennen. „Im letzten Jahr habe ich dieses Projekt abgeschlossen und diese Aufgaben übernommen.“
  3. Die Zahl nennen. „Ich möchte mein Gehalt auf diesen Betrag anheben.“ Dann schweig kurz und lass deinen Chef antworten.
  4. Zuhören. Hat dein Chef Einwände, frag nach: „Was müsste ich erreichen, damit das klappt?“
  5. Das Ergebnis festhalten. Frag nach einem Termin für die Antwort. Schick danach eine kurze Mail mit dem Besprochenen.

Bleib ruhig und freundlich. Du verhandelst nicht gegen deinen Chef. Du zeigst, warum es sich für die Firma lohnt.

Gute und schwache Argumente

ArgumentWirkung
„Ich habe diese Ergebnisse geliefert.“Stark. Es ist belegbar und nützt der Firma.
„Ich mache jetzt mehr Aufgaben als früher.“Stark, wenn du die Aufgaben konkret nennst.
„Vergleichbare Stellen zahlen mehr.“Gut, wenn du Quellen zeigen kannst.
„Alles wird teurer.“Schwach. Das betrifft alle, es zeigt keine Leistung.
„Ich brauche das Geld für mein Haus.“Schwach. Privates Budget ist nicht Sache der Firma.
„Ein Kollege verdient mehr.“Riskant. Es klingt wie ein Vorwurf.

Was bleibt netto übrig?

Von einer Erhöhung kommt nicht alles bei dir an. Vom Brutto ziehen Steuern und Sozialabgaben etwas ab. Wie viel genau, hängt von deiner Steuerklasse und deinen Abzügen ab.

Der Lohnsteuerrechner des Bundesfinanzministeriums berechnet die Lohnsteuer. Er ist laut Seite kein „Brutto-Netto“-Rechner und berücksichtigt keine Sozialabgaben. Ein Brutto-Netto-Rechner deiner Krankenkasse oder deiner Lohnabrechnung zeigt dir das Ergebnis genauer.

Rechne also nicht mit der vollen Summe. Der Netto-Betrag fällt kleiner aus als die Bruttozahl im Gespräch.

Was tun bei einem Nein?

Ein Nein ist nicht das Ende. Bleib freundlich und frag nach dem Grund. Oft liegt es am Budget, am Gehaltsband oder am Tarif. Dann hilft dir kein weiteres Drängen.

Das sind deine Alternativen:

Kündige nicht im Affekt. Wenn du über einen Wechsel nachdenkst, lies erst Unzufrieden im Job. Dort findest du ein ruhiges Vorgehen.

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Typische Fehler

Wer mehr Geld auf Dauer will, plant am besten mehrere Wege. Einen Überblick gibt der Lernpfad zum zweiten Standbein.

Quellen (abgerufen am 23.10.2026): Löhne und Preise im 2. Quartal 2026 laut Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 308 vom 27.08.2026, Mindestlohn laut Bundesarbeitsministerium, Vergütung § 611a BGB, Tarifvertrag § 4 TVG, Lohnsteuer Bundesfinanzministerium.

Häufige Fragen

Wie hoch ist eine normale Gehaltserhöhung?

Eine feste Regel gibt es nicht. Laut Statistischem Bundesamt lagen die Nominallöhne im 2. Quartal 2026 im Schnitt 4,1 % über dem Vorjahresquartal. Die Preise stiegen um 2,5 %. Dein Wert hängt von Beruf, Leistung und Firma ab.

Sind 5 % Gehaltserhöhung viel?

Sie liegen über dem Durchschnitt von 4,1 % im 2. Quartal 2026. Der zeigt aber alle Löhne, nicht einzelne Gespräche. Entscheidend sind dein Beruf, deine Leistung und das Budget deiner Firma.

Wer bekommt eine Lohnerhöhung?

Das hängt von deinem Vertrag ab. Gilt für dich ein Tarifvertrag, stehen dort die Regeln. Sonst ist eine Erhöhung Verhandlungssache zwischen dir und deinem Arbeitgeber.

Wie viel mehr Geld kann man verlangen?

Orientiere dich an deinem Marktwert. Stellenanzeigen mit Gehaltsangabe in deiner Region helfen dabei. Nenne eine konkrete Zahl und begründe sie mit deinen Ergebnissen.

Wie beantrage ich eine Gehaltserhöhung?

Mach einen eigenen Gesprächstermin aus. Bereite Erfolge, Marktwert und eine konkrete Zahl vor. Fass das Ergebnis danach kurz per Mail zusammen.

Wie oft kann ich eine Gehaltserhöhung verlangen?

Eine feste Regel nenne ich dir nicht. Dein Vertrag oder Tarifvertrag kann etwas vorsehen. Sonst bietet sich das Jahresgespräch an, oder ein Zeitpunkt nach einem deutlichen Erfolg.

Kann ich nach der Probezeit mehr Gehalt fragen?

Du kannst fragen. Hast du dich eingearbeitet und Ergebnisse gezeigt, ist das ein möglicher Moment. Ob dein Vertrag dazu etwas regelt, steht dort.

Was mache ich, wenn mein Chef Nein sagt?

Frag nach dem Grund und einem Folgetermin. Prüfe andere Vorteile wie Weiterbildung oder Homeoffice. Du kannst auch einen Wechsel prüfen oder ein zweites Einkommen neben dem Job aufbauen.

Alle Angaben ohne Gewähr, Stand 23.10.2026. Das ist keine Rechts- oder Steuerberatung. Dein Vertrag, ein Tarifvertrag und deine persönliche Lage können andere Regeln ergeben. Genannte Ergebnisse sind Einzelergebnisse und keine Garantie für eigene Einnahmen, siehe Haftungsausschluss.

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